„Wenn die Utopie explodiert“ – ein Beitrag von Slavoj Zizek

Zizeks Beitrag in der ZEIT zur Flüchtlingsfrage ist einigermaßen provokant. Er hält die Art und Weise einer Willkommenskultur, wie sie sich die Linksliberalen wünschen, für falsch. Er meint, wenn wir alle, die zu uns wollen – und das sind ja letzlich Milliarden von Menschen – aufnehmen, ist kein einziges Problem gelöst. Er plädiert für ein globales Umdenken, also auch ein Umdenken der Menschen im nahen Osten, in Afrika usw., und zwar in Richtung einer globalen Veränderung der Ökonomie. Der letzte Satz seines Essays ist komplett existenzialistisch: Wenn wir als Menschen diese globale Veränderung nicht schaffen, „sind wir wirklich verloren – und wir verdienen es, verloren zu sein“. Das gibt viel Stoff für unsere Diskussion! Dank an Axel, der uns auf diesen Artikel hingewiesen hat!

http://www.zeit.de/2015/37/fluechtlinge-utopie-kapitalismus-weltwirtschaft

 

 

 

Ein Gedanke zu „„Wenn die Utopie explodiert“ – ein Beitrag von Slavoj Zizek

  1. Wir haben den Zizek-Artikel im Philosophischen Salon Ludwigshafen diskutiert und sind zur Meinung gekommen, dass der Artikel zwar einige Punkte enthält, denen man zustimmen kann, aber seine Kritik an den „Gutmenschen“, die jetzt ganz aktuell den Flüchtlingen helfen, völlig verfehlt und ärgerlich ist. Er denuziert die Hilfebereitschaft, gerade auch junger Menschen, die oftmals dem Kapitalismus ohnehin sehr kritisch gegenüberstehen und jetzt ganz aktuell etwas tun wollen. Aktuelle Hilfe und grundsätzliche Kritik an den ökonomischen und politischen Verhältnissen, die zu den Kriegen und Flüchtlingsströmen führen, schließen sich nicht aus. Die paradoxe Denkweise Zizeks hat ihm selbst einen Streich gespielt – und kommt daher leider einigen reaktionären Tendenzen in unserer politischen Landschaft eher entgegen, als dass sie Stellung gegen sie bezieht. Soweit erst mal. Weitere Kommentare erwünscht!

    Wolfgang (am 4. Nov. 2015 in LU)

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