Symposium 2022: Grenzwerte im Umwelt- und Gesundheitsschutz – kritische Betrachtungen

7. Mai 2022 im Haus der Wissenschaft, Bremen

Grenzwerte haben als Instrument des Umwelt- und Gesundheitsschutzes nahezu alle Lebensbereiche durchdrungen. Sie werden festgelegt, um Immissionen und Emissionen von gefährlichen Stoffen und Einflüssen zu begrenzen. Sie sind mit der Vorstellung verbunden, dass von Belastungen unterhalb dieser Grenzwerte keine Gefahren und Risiken mehr ausgehen. Damit zielen Grenzwerte auf eine Beschränkung von Expositionen, begründen aber gleichzeitig einen Anspruch auf Freisetzung der gefährlichen Noxen.

Grenzwerte sind immer wieder Gegenstand kontroverser Debatten. So wurden unlängst europäische Umwelt-Grenzwerte für Feinstäube und Stickoxide von der Autoindustrie und einigen Experten scharf und mit großer Resonanz in den Medien kritisiert. Umweltverbänden sind Grenzwerte dagegen oft zu hoch festgelegt, womit sie ihrem Schutzanspruch nicht gerecht würden.

Die Festlegung von Grenzwerten ist für die Öffentlichkeit ein weitgehend intransparenter Prozess. An ihr sind eine Vielzahl von Gremien und Institutionen beteiligt, die Arbeitsweisen, einbezogene Personen und Expertisen sowie ihre politische und juristische Verankerung sind sehr verschieden. Politiker verweisen zumeist auf die wissenschaftliche Fundierung der Grenzwerte, während Wissenschaftler oft den politisch-administrativen Charakter hervorheben. Unklar bleibt daher, ob tatsächlich zwischen der (natur-)wissenschaftlichen Ableitung von toxikologischen Schwellenwerten und der administrativen Festlegung von hierauf gründenden Grenzwerten unterschieden werden kann.

Das Symposium wird eingeleitet durch einen öffentlichen Vortrag, in dem auf den grundsätzlichen Richtungsstreit in der Risikoregulierung nach 1945 zurückgeblickt wird, der nach wie vor aktuell ist. Dies wird am Beispiel Dieselabgase und Pestizide dargestellt. Im weiteren Verlauf des Fachtages (wofür wir um Anmeldungen bitten) wollen wir einen Überblick über die Grundlagen der Dosis-Wirkungs-Beziehung geben und die Problematik am Beispiel von Pestiziden und deren Auswirkungen auf Lebensmittelsicherheit und Bienensterben näher betrachten.

Programm

11.00 Uhr          

Öffentlicher Einleitungs-Vortrag: Kritik der Grenzwerte am Beispiel Dieselabgase und Pestizide (Wolfgang Hien)

12.00 Uhr          

Mittagspause (Mittagstisch in einem der nahegelegenen Lokale)

13.30 Uhr          

Einführung zum Symposium (Wolfgang Hien)
Vorträge jeweils 45 Min + 15 Min Nachfragen

13:45 Uhr         

Dosis- Wirkungsanalyse als Grundlage der Grenzwertsetzung, Felder der Risikoregulation, Streitpunkte und offene Fragen (Wolfgang Bödeker)

14:45 Uhr         

Zeit-Wirkungsanalyse am Beispiel der Neonicotinoide, die Problematik des Bienensterbens und offene Fragen (Herbert Obenland)

15:45 Uhr          

Kaffeepause

16.15 Uhr          

Podiums- und Plenumsdiskussion (moderiert von Karin Geißlinger und Rolf Henschel)

17.00 Uhr          

Veranstaltungsende

18.00 Uhr          

Restaurantbesuch

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Die Veranstaltung ist für die Teilnehmenden beitragsfrei.

Anmeldungen bitte bis zum 20. März unter: kontakt@verein-agl.de