Archiv der Kategorie: Leben-oe

„Wenn die Utopie explodiert“ – ein Beitrag von Slavoj Zizek

Zizeks Beitrag in der ZEIT zur Flüchtlingsfrage ist einigermaßen provokant. Er hält die Art und Weise einer Willkommenskultur, wie sie sich die Linksliberalen wünschen, für falsch. Er meint, wenn wir alle, die zu uns wollen – und das sind ja letzlich Milliarden von Menschen – aufnehmen, ist kein einziges Problem gelöst. Er plädiert für ein globales Umdenken, also auch ein Umdenken der Menschen im nahen Osten, in Afrika usw., und zwar in Richtung einer globalen Veränderung der Ökonomie. Der letzte Satz seines Essays ist komplett existenzialistisch: Wenn wir als Menschen diese globale Veränderung nicht schaffen, „sind wir wirklich verloren – und wir verdienen es, verloren zu sein“. Das gibt viel Stoff für unsere Diskussion! Dank an Axel, der uns auf diesen Artikel hingewiesen hat!

http://www.zeit.de/2015/37/fluechtlinge-utopie-kapitalismus-weltwirtschaft

 

 

 

Leiblichkeit – eine ebenso elementare wie schwierige Kategorie einer kritischen Theorie des Subjekts

Leiblichkeit als Kategorie in die philosophische, soziologische und politische Diskussion aufzunehmen, bedeutet, den Menschen nicht nur als animal rationale, sondern auch als animal emotionale, mehr noch: als widersprüchlichen, verletzlichen und bedürftigen Menschen zu sehen – voller Ängste, Agressionen und Sehnsüchte. Ernst Bloch weißt in seiner „Erbschaft dieser Zeit“ darauf hin, dass es der Linken offenbar nicht gelingt, diesen realen Menschen in seiner widersprüchlichen Gesamtheit anzusprechen. Diese Kritik gilt leider auch heute noch. Der folgende Text bringt einige Ideen, an welcher Stelle und wie wir unsere Sichtweise vielleicht weiterentwickeln können. Doch bleibt der Text notwendigerweise noch fragmentarisch – ich sehe ihn als Vorlage für eine längerfristige Diskussion in unserem Verein.

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