Archiv der Kategorie: Leben-oe

Naturbeherrschung, Unbestimmtheit, Sorge – philosophische Betrachtungen zur Pandemie

Im Folgenden findet sich die stark überarbeitete schriftliche Fassung des Vortrages, den Wolfgang Hien beim Philosophischen Salon des Vereins für kritische Arbeits-, Gesundheits- und Lebenswissenschaft am 26.11.22 in Bremen und am 2.12.22 in Ludwigshafen gehalten hat. Der Referent hat versucht, die im Rahmen der ausführlichen Diskussion vorgebrachten Einwände und Ergänzungen in das Manuskript einzuarbeiten. Danke an alle Beteilgten.

Risikopolitik, Gefahrstoffe und Ethik

Am Beispiel krebserzeugender Stoffe geht der folgende Artikel auf die Frage ein, wie im Bereich der Gesundheitsvorsorge und der gesellschaftlichen Regulation von Risiken naturwissenschaftliche, medizinische, behördliche und verbandspolitische Fachmenschen ihr Denken und Handeln an ethischen Grundsätzen orientieren können. Hierbei zeigt sich, dass es sehr verschiedene ethische Denkrichtungen gibt. Der Artikel diskutiert Ansätze der Pflichtenethik, der Nutzenethik und der Verantwortungsethik, wobei insbesoneere die verantwortungsethische Perspektive des französischen Philosophen Emanuel Levinas hervorgehoben wird.

Verdrängte Psychoanalyse

Artikel von Aaron Lahl zum Abgesang der Psychoanalys an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main

Die theoretischen Entwürfe Sigmund Freuds beinhalteten nicht nur eine therapeutische, sondern auch eine eminent kulturkritische Perspektive. Die Kritischen Theorie der Gesellschaft, wie sie insbesondere von Horkheimer und Adorno vertreten wurde, ist ohne Freud nicht denkbar. Von der medizinischen und psychologischen Seite ist hier insbesondere Alexander Mitscherlich zu nennen, der an der Frankfurter Universität 1966 einen Lehrstuhl für Psychoanalyse erhielt, der zugleich als Kulminationstzentrum einer krischen Gesellschaftstheorie fungieren sollte. Nach einer Blütezeit der Psychoanalyse an der Frankfurter Universität in den 1970er und 1980er Jahren setzte nach und nach ein Niedergang dieses Fachs ein, zugunsten einer anpassungsorientierten Verhaltentherapie. Lahl zeichnet diese spannende und zugleich traurige Geschichte minutiös nach.

Mobilfunk und Ethik

Prof. Werner Thiede, ein protestantischer Theologe, hat in der letzten Ausgabe der Zeitschrit Umwelt-Medizin-Gesellschaft (UMG) einen ganz bemerkenswerten Beitrag zu den Gefahren des gepnaten 5G-Netzes veröffentlicht – ein Beitrag, dem unbedingt weite Verbreitung zu wünschen ist. Wir alle sind der Zeitschrift UMG zu großem Dank verpflichtet!

mobilfunk