Archiv der Kategorie: Kapitalismus-oe

Geschichte der Linken nach 1945

Ein hoch interessanter Beitrag, vor allem was die Geschichte der SPD anbelangt. Sebastian Haffner hat hisichtlich der Novemberrevolution plausibel herausgearbeitet, dass die SPD schon mit ihrer Kriegs-Zustimmung, dann aber insbesondere mit ihrer Burgfriedenspolitik und ihrer Verbandelung mit dem Großkapital, einen Verrat an ihrer eigenen Basis begangen hat. Edgar Weick zeigt in seinem Beitrag zur Geschichte nach 1945, dass mit dem Godesberger Programm die SPD erneut einen Verrat sui generis begangen hat, nämlich einen an ihrer eigenen Tradition und den originären sozialdemokratischen Ideen.

Edgar Weick – Das Neue an der Neuen Linken

Zur politischen Gefühlslage in Deutschland und Frankreich

Ein ZEIT-Bericht vom letzten Jahr zur Situation in Bitterfeld. Die globalen Wirtschaftseliten kommen, gehen und hinterlassen ökonomisch, sozial und kulturell ödes Land. Die Wut der Bitterfelder ist absolut nachvollziehbar.

AfD in Bitterfeld

In Frankreich erhebt sich die Bevölkerung gegen die Arroganz der wirtschaftsliberalen Elite, die jede verbindung zur Situation der „einfachen Leute“ verloren hat. Eine bewegende Gefühlsäußerung des jungen Literaten Edouard Louis, ein Freund von Didier Eribon.

Gelbwesten

Die Wiener Rede Svenja Flaßpöhlers ist ein überzeugendes Plädoyer für ein Verstehen – auch ein Verstehen der Menschen, deren politischen Gefühlsausbrüche aus nicht gefallen mögen. Flaßpöhler zitiert Hannah Arendt, die sagt, man müsse versuchen, den Totalitarismus zu verstehen, nicht als Entschuldigung, sondern als Bedingung, um in der Welt zu handeln. Und vielleicht auch eine Erinnerung an Ernst Bloch, der 1932 schrieb, die Faschisten „ziehen doch manchen Fisch ans Land, der nicht ins faschistische Brackwasser gehört, auch manche Piratenkiste, die erst die Vernunft öffnet und erbt“ (Erbschaft dieser Zeit, Ausgabe 1962, S. 166).

Eröffnungsrede der BUCH WIEN 18 von Svenja Flaßpöhler