Archiv der Kategorie: Kapitalismus-oe

Zur Soziologie der Corona-Pandemie und des Protests gegen die Corona-Politik (Studien von Oliver Nachtwey)

Oliver Nachtwey, Univ. Basel, gab der SZ ein bemerkenswertes Interview, in dem er den Klassencharakter der Corona-Pandemie hervorhob. Seine Beobachtung: „Die Risiken sind dramatisch ungleich verteilt.“ Die Arbeitsgruppe um Nachtwey erforscht auch die politischen Orientierungen der Protestbewegungen, die sich gegen die regierungsoffizielle Corona-Politik formiert haben. Die Beobachtung hierzu: Viele der „Protestler“ kommen aus dem grün-alternativen Milieu, wenden sich aber nunmehr rechtem Gedankengut zu.

Interview v. 10.03.2021:

Basler Studie:

file:///D:/Temp/Politische%20Soziologie_Coronaproteste_Uni_Basel_22_12_20.pdf

Die ökosozialistische Alternative

Noch einmal zu den Zoonosen, der industriellen Landwirtschaft und unserem gestörten Mensch-Tier-Verhältnis: Die SOZ (= Sizialistische Zeitung (Ausgabe April 2021) bringt einen wichtigen Artikel hierzu von Marius Gilbert, Eoidemiologe an der Freien Universität Brüssel.

Die globale Marktwirtschaft wird es nicht richten. Sie erweist sich unfähig, den Klimawandel aufzuhalten, unfähig, die Umweltzerstörung und das Artensterben aufzuhalten, unfähig, das Mensch-Tier-Verhältnis auf eine ethische Grundlage zu stellen, unfähig, Vorsorge und Fürsorge bei Pandemien sicherzustellen, unfähig, eine für die Lebensbedingungen und die Gesundheit aller Menschen auf diesem Planeten gute Perspektive zu entwickeln. Die Alternative kann gleichwohl nicht im Staatskapiatlismus chinesischer Prägung und schon gar nicht in einer Rückkehr zu einem Gesellschaftsmodell stalinistischer Prägung liegen. Die Alternative ist ein basisdemokratisch aufgebautes ökosozialsitisches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das die globale Perspektive im Blick hat. Zu empfehlen ist die Lektüre der „Internationale“, einer Zeitschrift der auf die Initiative Leo Trotzkis zurückgehenden Vierten Internationale. In der Frühjahrsausgabe 2021 schreibt der brasilianisch-französische Philosoph Michael Löwy (der die Walter-Bejanmin-Gastprofessur in Kassel innehatte und dessen Studien zu deutschen Denkern der Utopie wärmstens zu empfehlen sind) einen Überblicksartikel zur ökosozialistischen Perspektive. Ebenso empfehlenswert die Artikel des Salzburger Sozialgeographen Christian Zeller.

Michael Löwy über Ökosozialismus

Christian Zellers Kritik des Green New Deal

Weitere Artikel zur Konversion der Industrie

Link zur Plattform Ökosozialismus:

<a href=“http://oekosozialismus.net/oekosozialistische-erklaerung/“>http://oekosozialismus.net/oekosozialistische-erklaerung/</a>

Horkheimer 1947 zur Umweltproblematik

Max Horkheimer hat in seinem im US-amerikanischen Exil geschriebenen und zunächst in Englisch publizierten Werk (Eclipse of Reason, dt. 1967: Zur Kritik der instrumentellen Vernunft) schon die zunehmende Umweltzerstörung durch die kapitalistisch-industrielle Produktion und die Vermarktlichung der Natur thematisiert. Die Kapitalverwertung braucht die Ausbeutung von Mensch und Natur und untergräbt damit die Springquellen des lebendigen Reichtums dieser Erde. Der Auszug ist einen Kompendium von Peter Cornelius Mayer-Tasch zur Genealogie der ökologischen Idee entnommen.

Horkheimer

Aufsätze zur gesellschaftlichen Situation

Nicht erst seit Chile 1973 wissen wir von der engen Verwanstschaft zwischen (Neo-)Liberalismus und Faschismus. Daran erinnert die US-amerikanische Politologin und Philosophin Nancy Fracer, Hannah Arendt folgend, die schon in den 1940er Jahren die Allianz zwischen der „guten Gesellschaft“ (sie meinte z.B. Krupp und Thyssen) und der „Unterwekt des Mob“ beschrieb, in ihrem Kommentar zur Neuen Rechten. Ihre These: „Der Liberalismus ist ein Komplize des Faschismus.“

Fracer

Der Psychologe Götz Eisenberg beschreibt aus der Perspektive der Kritischen Theorie die Entwicklung von Rohheit, Rücksichtslosigkeit und Vandalismus auf der Basis des „totalen“ globalisierten Kapitalismus und der „totalen“ Vermarktlichung allen Lebens. Ein schwer verdaulicher, doch wichtiger Artikel (erschienen in der Tageszeitung „Jungen Welt“). Eisenberg folgt Max Horkheimer darin, ein „theoretischer Pessimist und zugleich ein politischer Optimist“ zu sein.

Eisenberg

Die Publizistin Mely Kiyak setzt sich mit dem Zusammenhang von Klimakatastrophe, golalen Unternehmen und Konsumverhalten auseinander. Sie stellt fest, dass pseudopolitische Aktionen wie z.B. Appelle an ein anderes Konsumverhalten, nichts an der Gesamtsituatiuon ändern können. Sie plädiert für deutlich strengere Regulation, und das heißt: für mehr Verbote. Im Grund ist Keliyks Plädoyer eines für einen globalen freiheitlichen uns sozialen Rechtsstaat.

Kiyak