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Symposium 2016

Gesundheitswissenschaftliches Symposium am 13. Februar 2016 in der Villa Ichon, Bremen:

Der Körper des Menschen – kritische Beiträge aus natur- und gesundheitswissenschaftlicher Sicht

Das Symposium spannte einen Bogen von der Philosophie des Körpers und der Leiblichkeit über Biologie, Neurowissenschaft und Gesundheitswissenschaft zur Verletzlichkeit des Körpers durch Schadstoffe und ökonomischen Konzepten der Kosten-Nutzen-Abwägung bis hin zur Virtualisierung des Körpers und den Cyborgs als politische Figuren. Als Grundlinie zog sich durch alle Beiträge die Frage hindurch, inwieweit technisch-reduktionistische, utilitaristische, neoliberale und ausgrenzende Denkstile unser Leben bestimmen, wie wir uns dazu kritisch verhalten und welche anderen Vorstellungen und Orientierungen wir, auch in unserem Alltag, entwickeln können. Es ging zugleich immer auch um den Wert des menschlichen Körpers, um den Wert des Menschen überhaupt, und um die Frage, was mit dem Begriff des Wertes gemeint ist und anhand welcher Kriterien dieser Wert gemessen wird. Nicht zuletzt schwingt dabei immer auch die Frage mit, wie der Mensch mit seinen naturhaft gegebenen Beschränkungen, seiner Geschlechtlichkeit, seiner Endlichkeit, aber auch mit seinen Potentialitäten umgeht. Das Symposium verstand sich als Beginn eines offenen Diskurses, im Verein und über den Verein hinaus. Etwa 40 Menschen waren gekommen und beleiligten sich kundig und engagiert an der Diskussion. Leitung und Organisation lagen bei Gudrun Funk, Rolf Hegelin-Henschel, Thomas Schulz und Wolfgang Hien. Dank auch an die vielen helfenden Hände und Köpfe, ohne die diese anregende Veranstaltung nicht hätte stattfinden können. Es gab drei Themenblöcke:

1. Block

• Wolfgang Hien (Bremen):
„Das Ende des Körpers? Gegenwärtige philosophische Positionen“
Vortr-Villa-Ichon-Einl

• Rainer Müller (Bremen):
„Körper und Leib in modernen Zeiten / in modern times“
Müller Rainer_ Körper und Leib in modern times_Symposium 2016

• Ulrike Böhnke (Kaiserslautern):
„Die Vermessung des Körpers“ (angefragt)

2. Block:

• Herbert Obenland (Frankfurt am Main):
„Anerkennungsvergessenheit: Innenraum-Schadstoffe“
anerkennungsvergessenheit ho1

• Henning Wriedt (Hamburg):
„Krebspolitik im europäischen Arbeitsschutz“
Wriedt_Krebspolitik im europäischen Arbeitsschutz_Symposium 2016

• Wolfgang Bödeker (Essen):
„Der monetäre Wert des Körpers“
Präsentation: Bödeker_monetärer Wert des Körpers_Symposium 2016
Text: Der monetäre Wert der monetäre Wert des Körpers FIN2

3. Block:

• Eva Schindele (Bremen):
„Befreiung der Frau durch Biotechnik?“

• Magdalena Freudenschuss (Berlin):
„Digitale Körperlichkeit – Cyborgs als politische Figuren“

Beteiligte Organisatoren*innen und Referenten*innen
Wolfgang Bödeker, Gesundheitswissenschaftler (Dr. rer. nat.)
Ulrike Boehnke, Gesundheits- und Pflegewissenschaftlerin (Dr. phil.)
Magdalena Freudenschuss, Soziologin (Dr. phil.)
Gudrun Funk, Diplompädagogin
Rolf Henschel, Diplompädagoge
Wolfgang Hien, Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler (Dr. rer. pol.)
Rainer Müller, Arbeits- und Sozialmediziner (Prof. Dr. med. et Dipl.-Soz.)
Herbert Obenland, Analytiker und Innenraum-Schadstoff-Experte
Eva Schindele, Sozialwissenschaftlerin und Publizistin (Dr. phil.)
Thomas Schulz, Gesundheitswissenschaftler (Dr. phil., Dr. P.H.)
Henning Wriedt, Physiker und Gefahrstoffexperte (Dr. rer. nat.)

Bilder vom Symposium: http://verein-agl.de/bilder-videos/

 

Leiblichkeit – eine ebenso elementare wie schwierige Kategorie einer kritischen Theorie des Subjekts

Leiblichkeit als Kategorie in die philosophische, soziologische und politische Diskussion aufzunehmen, bedeutet, den Menschen nicht nur als animal rationale, sondern auch als animal emotionale, mehr noch: als widersprüchlichen, verletzlichen und bedürftigen Menschen zu sehen – voller Ängste, Agressionen und Sehnsüchte. Ernst Bloch weißt in seiner „Erbschaft dieser Zeit“ darauf hin, dass es der Linken offenbar nicht gelingt, diesen realen Menschen in seiner widersprüchlichen Gesamtheit anzusprechen. Diese Kritik gilt leider auch heute noch. Der folgende Text bringt einige Ideen, an welcher Stelle und wie wir unsere Sichtweise vielleicht weiterentwickeln können. Doch bleibt der Text notwendigerweise noch fragmentarisch – ich sehe ihn als Vorlage für eine längerfristige Diskussion in unserem Verein.

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